125 Jahre Automobil
125 Jahre Automobil – 33 Jahre Automobil Ausstellung Darmstadt, ein Viertel des Weges mit dabei…
2011 wird ein zukunftsweisendes Jahr in der Geschichte des Automobils. Denn wenn in diesem Jahr das Jubiläum „125 Jahre Automobil“ gefeiert wird, dann ist der Rückblick auf eine bewegte und aufregende Geschichte der automobilen Fortbewegung untrennbar verknüpft mit der Frage, wie die Zukunft des Autos aussehen wird. Dass man dabei verstärkt auf eine der ältesten Ideen der Automobilgeschichte zurückgreift, nämlich den Elektromotor, zeigt einmal mehr, wie wegweisend die Ideen der Pioniere der Automobilgeschichte noch heute sind.
Diese Geschichte begann eigentlich bereits 1884, als am 29. August Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach ihren „Reitwagen“, den Vorläufer des Motorrads, zum Patent anmeldeten. Doch es war dann Carl Benz, der am 29. Januar 1886 unter der Reichspatentnummer 37435 das erste echte Automobil anmeldete, dem nur wenig später Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, Louis Renault und Armand Peugeot in Frankreich, Ferdinand Porsche in Österreich sowie Albert Hammel in Dänemark nachfolgten.
Und auch der dritte Deutsche, der ein Automobil auf den Markt brachte, darf nicht unerwähnt bleiben, denn Friedrich Lutzmann aus Dessau verkaufte nur kurze Zeit später sein Unternehmen an Opel in Rüsselsheim. Nur drei Jahre nach dem Tode Adam Opels begannen seine fünf Söhne mit dem Automobilbau und brachten als erstes Automobil den Opel-Patent-Motorwagen, der noch auf dem System Lutzmann basierte, auf den Markt. Ab 1902 baute man schließlich Modelle nach eigener Konstruktion, unter denen vor allem der Erfolg des Opel 4/8 PS, der aufgrund der geringen Größe und seiner Wendigkeit besonders von Ärzten für Hausbesuche genutzt wurde und daher schnell den Spitznamen „Doktorwagen“ bekam, maßgeblich zum Aufstieg der Firma beitrug.
Doch bis ins 20. Jahrhundert hinein war nicht einmal klar, welche Antriebstechnologie sich überhaupt würde durchsetzen können. Noch wurden Automobile sowohl mit Elektro- als auch Dampf- oder Verbrennungsmotoren gebaut, und mit der „Nie Zufriedenen“, dem zigarrenförmigen Elektroauto „La Jamais Contente“ erreichte dessen Konstrukteur, der belgische Ingenieur und Rennfahrer Camille Jenatzy, am 29. April 1899 erstmals eine Geschwindigkeit von über 100 km/h. Im Jahr 1900 waren in den USA noch 40 % der Automobile Dampfwagen, 38 % Elektrowagen und nur 22 % Benzinwagen.
Im selben Jahr präsentierte auch Ferdinand Porsche seinen für Lohner produzierten Elektrowagen auf der Weltausstellung in Paris. Wegen der geringen Reichweite verband allerdings schon Porsche den Elektro- mit einem Verbrennungsmotor, der über einen Generator Strom für die Batterie lieferte.
Es waren schließlich das billige Öl und eine kleine Erfindung mit großer Wirkung, die dazu führten, dass sich der Verbrennungsmotor durchsetzte. Der Startknopf zum Anlassen des Motors war es, der das anstrengende „Ankurbeln“ überflüssig machte und dem Verbrennungsmotor zum Siegeszug verhalf. Wenn allerdings 2011 die Elektrofahrzeuge Citroen C-Zero, Peugeot iOn und Mitsubishi i-MiEV im Januar sowie der Opel Ampera und der Nissan Leaf im weiteren Verlauf des Jahres vorgestellt werden, dann zeigt das, dass auch heute wieder verstärkt über Alternativen zum klassischen Verbrennungsmotor nachgedacht wird. Denn die zur Neige gehenden Ölreserven machen ein Umdenken notwendig, wodurch wir uns heute wieder ähnliche technische Fragen stellen wie die Pioniere des Automobils.
Wenn in diesem Jahr bereits zum 33. Mal die Automobil Ausstellung Darmstadt ihre Tore öffnet, dann wird der Blick zurück in die Zukunft gerichtet sein. Wie in den Entwürfen Ferdinand Porsches bereiten auch heute die Hybriden den Boden für neue Antriebstechnologien wie etwa die Brennstoffzelle, mit der das Modell Mercedes-Benz F-Cell World Drive ausgestattet ist, das gerade in Stuttgart zu einer Weltumrundung startete. Oder eben für den Elektromotor, der in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Ingenieure gerückt ist. Aber auch die Benziner, die immer sparsamer und effizienter werden, sind ein Thema auf der 33. Automobil Ausstellung Darmstadt, denn wie zu Beginn ist auch heute die Zukunft der automobilen Fortbewegung wieder selbst in Bewegung.

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